Call for Paper / Vorschau

2018/2 Internationalisierung im Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung 

(Redaktionsschluss Themenbeiträge 15.04.2018)

Die Annahme, dass (wissenschaftliche) Weiterbildung stark im nationalstaatlichen Kontext gebunden sei, hat im Hinblick auf gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen und den historisch-kulturellen Ausprägungen durchaus seine Berechtigung. Dennoch stellt die Erkenntnis, dass wir nicht mehr in „nationalen Containern“ leben bzw. überhaupt jemals gelebt haben, schon fast einen Gemeinplatz dar. In den letzten Jahrzehnten haben internationale Vernetzungsprozesse spürbar an Gewicht gewonnen. Die zunehmend grenzüberschreitenden Arbeits-, Lebens- und Lernräume gilt es stärker zum Gegenstand der Betrachtung zu machen.

Internationalität bildet für Hochschulen eine bedeutende Zielgröße. Vor allem im Feld der Forschung werden Internationalisierungsstrategien entwickelt. Ebenso tragen Mobilitätsprogramme für Lehrende und Studierende – insbesondere im Europäischen Bildungsraum – zur Internationalisierung bei. Europäisierung kann als Teil der Internationalisierung betrachtet werden.

Ein Strang in der internationalen Weiterbildung ist bisher stark unter dem Deutungsangebot der ökonomischen Globalisierung diskutiert worden. Dies reicht von der Öffnung neuer Bildungsmärkte bis hin zu Bedrohungseffekten durch die Deregulierung von Dienstleistungen (Stichwort „GATS“). Aber auch die „Internationalisierung von unten“ (Stichwort „Migration und Flucht“) führt zu neuen Lernanforderungen und verstärkt die Einsicht des Aufeinander-Angewiesen-Seins in der einen Welt des 21. Jahrhunderts.

Auch Konzepte und Diskurse überschreiten Grenzen und das „internationale Argument“ als Legitimation für eigene Reformbemühungen hat eine lange Tradition. Der internationale Blick auf ausländische Weiterbildungswirklichkeiten (Stichwort „Ländervergleichsstudien“) ist zumeist auf das „borrowing“ ausgerichtet, um „Hilfestellungen“ für eigene nationale Problemlagen zu bekommen.

„Wie steht es um bzw. wie vollzieht sich die Internationalisierung im Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung?“ Diese Frager wollen wir im Heft 2/2018 der Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB) nachgehen und laden Beiträge ein, die sich u.a. mit folgenden Fragen beschäftigen, wobei der explizite Bezug zum Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung für die Annahme des Beitrages bedeutsam ist.

  • Entwicklung internationaler/transnationaler Bildungsangebote
  • Internationalisierungsstrategien und Öffnung neuer Bildungsmärkte
  • Globalisierung und Folgen für Bildungsdienstleistungen, Chancen und Gefahren
  • Entwicklungen und Erfahrungen mit „joint curricula“/„joint degree“-Programmen
  • Strukturentwicklungen in Folge des Bologna-Prozesses
  • Rolle internationaler Partnerschaften und Kooperationen, u.a. mit europäischen/internationalen Fachverbänden
  • grenzüberschreitender Wissenstransfer durch Bildungsprojekte („Lernen von anderen“)
  • Rollen neuer Akteure (bspw. Corporate Universities) 
  • komparative Arbeiten (bspw. Ländervergleichsstudien) auf europäischer/internationaler Ebene
  • Stellenwert internationaler Konzepte und Diskurse (non-traditional students, Lifelong Learning, Third Mission, Recognition Prior Learning etc.) 
  • neue Formen des digitalen Lehrens und Lernens (bspw. OER) und Internationalisierung
  • Internationalisierung der Curricula, u.a. interkulturelle Kompetenzen, englischsprachige Lehrveranstaltungen 
  • verstärkte Auseinandersetzung mit Diversität
  • Erfahrungen mit unterschiedlichen nationalen Lehr-Lernkulturen
  • Bedeutung von Mobilität, Migration und der Rolle von Bildungsausländer_innen
  • etc.


Vorschau auf kommende Hefte


 2019/1 Formate der Hochschulweiterbildung (Redaktionsschluss Themenbeiträge 15.10.2018)

2019/2 Steuerung in der wissenschaftlichen Weiterbildung (Redaktionsschluss Themenbeiträge 15.04.2019)